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Simon the Sorcerer: Origins (PC)

  • Autorenbild: Jana
    Jana
  • 1. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Simon the Sorcerer: Origins aus dem Jahr 2025 wagt etwas, das nur wenige klassische Adventure-Reihen versuchen: Einen Neustart, der zugleich Vorgeschichte und moderne Hommage ist. Das italienische Studio Smallthing Studios schickt Simon – jünger, unerfahrener, aber genauso frech wie man ihn kennt – auf eine Reise, die unmittelbar vor den Ereignissen der alten Spiele angesiedelt ist. Von der ersten Minute an wird klar, dass hier viel Nostalgie mitschwingt. Der typische Simon-Humor, die ironische Erzählweise und die vielen kleinen Anspielungen schaffen ein Gefühl wie damals, nur mit heutiger Technik.


Nostalgie trifft auf neue Erzählkraft


Die Geschichte konzentriert sich darauf, wie Simon überhaupt in die magische Welt gerät, wie er seine ersten Schritte in Richtung Zauberei macht und mit welcher Mischung aus Arroganz und Unsicherheit er sich dabei durchschlägt. Die Erzählung bleibt leichtfüßig, verspielt und bewusst selbstironisch. Gerade Fans der klassischen Teile werden viele vertraute Elemente wiederentdecken, doch auch neue Spieler finden einen klar verständlichen Einstieg. Manchmal wirkt die Story etwas vorhersehbar oder zu sehr darauf ausgelegt, bekannte Momente rückwirkend einzurahmen, doch insgesamt entsteht eine unterhaltsame Mischung aus Märchen, Slapstick und Fantasy-Satire.



Rätselspaß zwischen Retro-Charme und Moderne


Das Gameplay folgt weitgehend den Traditionen des Point-and-Click-Genres. Schauplätze erkunden, Gegenstände kombinieren, schrägen Figuren die richtigen Antworten entlocken – all das ist liebevoll umgesetzt. Gleichzeitig bringt der neue Hut-Wechselmechanismus frischen Wind ins Rätseldesign, da Simons Ausrüstung in bestimmten Situationen unterschiedliche Reaktionen hervorruft. Nicht jedes Rätsel zündet gleichermaßen; einige folgen dem typischen Logik-der-magischen-Art-Stil, der manchmal etwas zu sehr ins Absurde gleitet. Dennoch bleibt der Fortschritt meist flüssig, weil das Spiel bewusst darauf achtet, den Spieler nicht in unlösbare Sackgassen laufen zu lassen.


Handgezeichnete Welten und vertraute Stimmen


Visuell setzt Origins auf handgemalte Hintergründe, warme Farben und detailreiche Szenen, die eine liebevolle Märchenbuch-Atmosphäre schaffen. Der Stil ist moderner als die alten Pixelwelten, ohne ihren Charme ganz zu verlieren. Die Animationen sind flüssig und das Figurendesign bleibt der Serie treu. Besonders gelungen ist die Vertonung: Sowohl die englische als auch die deutsche Fassung sind hochwertig eingesprochen und tragen entscheidend zum Wiedererkennungswert bei. Technisch läuft das Spiel stabil, ohne große Bugs oder Performance-Einbrüche – ein Pluspunkt, der bei kleineren Adventure-Produktionen nicht selbstverständlich ist.



Ein kompaktes Abenteuer für echte Genre-Freunde


Mit einer Spielzeit von rund sechs bis acht Stunden bietet Simon the Sorcerer: Origins einen kompakten, aber stimmigen Umfang. Der Wiederspielwert hält sich – genretypisch – in Grenzen, denn einmal gelöste Rätsel überraschen beim zweiten Durchlauf kaum noch. Die Zielgruppe ist klar: Nostalgiker, Liebhaber klassischer Adventures und Spieler, die Humor, Geschichte und Atmosphäre vor Action stellen. Wer auf ein modernes Adventure mit starkem Fokus auf Komfortfunktionen oder realistisch-stringente Logik hofft, könnte jedoch etwas weniger begeistert sein.


Simon the Sorcerer: Origins ist eine gelungene Rückkehr einer ikonischen Adventure-Figur. Das Spiel fängt den Geist der alten Teile ein, ohne sich vollständig darauf zu verlassen, und kombiniert ihn mit einer modernen Präsentation und einer charmanten Vorgeschichte. Kleine Schwächen im Rätseldesign oder der gelegentlich etwas vorhersehbaren Handlung fallen dabei kaum ins Gewicht. Insgesamt entsteht ein warmherziges, humorvolles und stimmungsvoll gestaltetes Abenteuer, das Fans klassischer Point-and-Click-Spiele rundum zufriedenstellen dürfte.






Ein liebevoller Rückblick mit eigener Identität




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