Bent on Destruction (PC)
- Jana

- vor 7 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Die Grundidee von "Bent on Destruction" ist schnell erklärt und zunächst auch reizvoll: physikbasierte Zerstörung als zentrales Spielelement. Gebäude sollen realistisch reagieren, einstürzen, sich verbiegen und auf gezielte Eingriffe reagieren. Auf dem Papier klingt das nach kreativem Chaos und spielerischer Freiheit. In der Praxis zeigt sich jedoch rasch, dass das Konzept zwar vorhanden ist, aber nie wirklich ausgereift wirkt. Statt gezieltem Taktieren dominiert oft ein Gefühl des Herumprobierens, weil die Rückmeldungen des Spiels unklar bleiben.
Gameplay, das sich schnell erschöpft
Zu Beginn macht es durchaus Spaß, Strukturen zum Einsturz zu bringen und mit der Physik zu experimentieren. Dieser Reiz nutzt sich jedoch schnell ab. Die Mechaniken entwickeln sich kaum weiter, neue Szenarien fühlen sich eher wie Variationen bekannter Situationen an als wie echte spielerische Fortschritte. Was anfangs als Sandbox wahrgenommen wird, entpuppt sich nach einigen Stunden als monotone Abfolge ähnlicher Zerstörungsaufgaben, denen es an klarer Zielsetzung und motivierender Dramaturgie fehlt.
Grafik auf schlichtem Indie-Niveau
Visuell bleibt "Bent on Destruction" deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Grafik wirkt funktional, aber altbacken, mit einfachen Texturen und wenig Detailtiefe. Die Umgebungen erfüllen zwar ihren Zweck als Objekte der Zerstörung, erzeugen aber kaum Atmosphäre oder Wiedererkennungswert. Gerade bei einem Spiel, das so stark auf physische Effekte setzt, wäre eine stärkere visuelle Inszenierung wünschenswert gewesen. Stattdessen erinnert die Optik eher an einen frühen Prototypen als an ein fertiges Produkt.

Musik, die mehr stört als trägt
Besonders negativ fällt die musikalische Untermalung auf. Die Musik ist nicht nur wenig abwechslungsreich, sondern entwickelt sich schnell zu einem echten Störfaktor. Statt Spannung oder Dynamik zu unterstützen, wirkt sie aufdringlich und repetitiv. Nach kurzer Zeit entsteht der Wunsch, den Ton komplett abzuschalten, was bei einem Spiel, das ohnehin kaum Atmosphäre aufbaut, ein klares Warnsignal ist. Auch Soundeffekte bleiben blass und verstärken das Gefühl, dass hier wenig Feinschliff betrieben wurde.
Technische Schwächen und fehlende Motivation
Auch technisch wirkt "Bent on Destruction" unausgegoren. Die Physik, eigentlich das Herzstück des Spiels, verhält sich nicht immer nachvollziehbar. Einstürze fühlen sich teils zufällig an, Treffer haben uneinheitliche Wirkung und gelegentlich leidet die Performance, sobald mehrere Objekte gleichzeitig reagieren. Hinzu kommt ein Mangel an langfristiger Motivation. Ohne Story, ohne echte Progression und ohne spürbare Weiterentwicklung der Spielmechaniken fehlt der Antrieb, länger dranzubleiben.
Bent on Destruction bleibt am Ende ein Spiel, das mehr verspricht, als es einlöst. Die Idee der physikbasierten Zerstörung trägt kurzfristig, reicht aber nicht aus, um über grafische Schwächen, nervige Musik und spielerische Monotonie hinwegzutäuschen. Was als experimentelles Indie-Projekt interessant sein könnte, fühlt sich in seiner aktuellen Form unfertig an. Für reine Physik-Enthusiasten mag das Spiel eine kurze Spielerei sein, für die meisten anderen dürfte die Ernüchterung jedoch schnell einsetzen.

Nette Idee, schwache Umsetzung |





Fair and objective review!