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Monk Took Book (PC)

Autorenbild: Jana
Jana
10. Sept.
3 Min. Lesezeit


„Monk Took Book“ ist eines dieser Spiele, die auf den ersten Blick erstaunlich simpel wirken und gerade dadurch ihren besonderen Reiz entwickeln. Statt Action, großen Geschichten oder spektakulären Welten steht hier eine mittelalterliche Bibliothek im Mittelpunkt. Als Mönch besteht die Aufgabe darin, hunderte Bücher zu sortieren, zu stapeln und sich vor allem zu merken, wo man sie abgelegt hat.


Das Besondere: Die Bücher besitzen keine normalen Titel. Stattdessen unterscheiden sie sich durch Symbole und Motive auf ihren Einbänden. Dadurch entsteht nach und nach ein eigenes Ordnungssystem, das man selbst entwickeln muss. Genau diese Freiheit macht das Spiel so interessant.


Ordnung wird plötzlich zur Herausforderung


Tagsüber wird die Bibliothek vorbereitet. Neue Bücher treffen ein, müssen an ihren Platz gebracht und sinnvoll sortiert werden. Anfangs ist das noch sehr entspannt. Doch mit zunehmender Anzahl an Büchern wird aus dem gemütlichen Einsortieren eine echte Gedächtnisprüfung.


Denn nachts werden bestimmte Bücher angefordert. Jetzt muss man wissen, wo man sie

zuvor hingestellt hat. Es gibt keine komfortable Suchfunktion, die einem einfach den richtigen Weg zeigt. Man muss sich auf die eigene Ordnung und das eigene Gedächtnis verlassen.


Das funktioniert erstaunlich gut. Aus einer simplen Sortieraufgabe wird ein kleines Gedächtnispuzzle, bei dem man irgendwann merkt: Warum habe ich dieses Buch eigentlich genau dort hingestellt?



Gemütlich, atmosphärisch und trotzdem nicht langweilig


Optisch setzt „Monk Took Book“ auf eine angenehm düstere mittelalterliche Atmosphäre. Die Bibliothek wirkt gemütlich, gleichzeitig aber auch ein wenig unheimlich. Besonders die Gestaltung der Bücher und die vielen kleinen Unterschiede bei den Symbolen tragen dazu bei.


Dazu kommt eine passende musikalische Untermalung, die das ruhige Spielgefühl unterstützt. Die Community lobt insbesondere die Atmosphäre, die Gestaltung der Bibliothek und die Detailarbeit bei den Büchern.


Doch ganz so friedlich bleibt es nicht. Nachts können beispielsweise Ratten, Skelette und andere Gefahren auftauchen. Dadurch bekommt das ansonsten sehr entspannte Sortieren eine zusätzliche Ebene. Wer lieber komplett in Ruhe organisieren möchte, kann den Schwierigkeitsgrad beziehungsweise verschiedene Bedrohungen entsprechend reduzieren.


Besonders stark im Koop


„Monk Took Book“ kann alleine gespielt werden, seine vielleicht größte Stärke zeigt das Spiel aber gemeinsam mit anderen. Bis zu vier Spieler können sich die Aufgaben teilen und gemeinsam versuchen, die Bibliothek im Griff zu behalten.


Dabei entstehen ganz automatisch lustige Situationen. Einer sortiert Bücher, ein anderer sucht bestimmte Exemplare, während der nächste versucht, die nächtlichen Probleme unter Kontrolle zu halten. Kommunikation ist dabei wichtiger als Geschwindigkeit.


Gerade weil jeder Spieler sein eigenes Verständnis vom perfekten Ordnungssystem entwickeln kann, sorgt das im Koop für zusätzlichen Unterhaltungswert. Was für den einen logisch ist, kann für den anderen vollkommen chaotisch wirken.



Ein ungewöhnliches Spielprinzip


Die größte Stärke von „Monk Took Book“ ist gleichzeitig seine größte Besonderheit: Das Spiel versucht nicht, aus dem Sortieren möglichst viel Action zu machen. Stattdessen macht es die Organisation selbst zum eigentlichen Spiel.


Wer Spiele wie „Wilmot’s Warehouse“ mag oder generell Freude daran hat, Dinge zu sortieren, zu organisieren und sich Strukturen zu merken, dürfte hier sehr schnell Gefallen finden. Auch die Steam-Community zieht genau diesen Vergleich und hebt hervor, dass das Spiel sowohl alleine als auch im Koop überraschend gut funktioniert.


Natürlich ist das Konzept nicht für jeden geeignet. Wer ständig neue Aufgaben, eine große Story oder spektakuläre Action erwartet, könnte das Spiel schnell als zu ruhig empfinden. Auch das wiederholte Sortieren und Suchen kann nach längerer Spielzeit etwas monoton werden. Für die richtige Zielgruppe ist genau das aber kein Nachteil, sondern Teil des Spielspaßes.


Kleine Idee, überraschend viel Spielspaß


„Monk Took Book“ zeigt eindrucksvoll, dass ein Spiel nicht immer eine riesige Welt oder komplizierte Mechaniken benötigt. Die Kombination aus Bibliotheks-Simulation, Gedächtnispuzzle, Atmosphäre und optionalem Chaos funktioniert erstaunlich gut.

Besonders positiv fällt dabei auf, dass das Spiel sowohl entspannt als auch anspruchsvoller gespielt werden kann. Wer möchte, kann sich ganz auf das Organisieren konzentrieren; wer mehr Herausforderung sucht, bekommt durch Zeitdruck und nächtliche Gefahren zusätzliche Aufgaben.



„Monk Took Book“ ist damit kein Spiel für jeden Geschmack, aber eines mit einer sehr klaren eigenen Identität. Wer Freude an Ordnung, Gedächtnisaufgaben und gemütlichen Simulationen hat, bekommt hier eine charmante und ungewöhnliche Spielerfahrung. Und spätestens wenn man nachts verzweifelt durch die Bibliothek läuft und versucht, sich an das Symbol auf einem bestimmten Buch zu erinnern, merkt man, wie clever diese eigentlich simple Idee umgesetzt wurde.




Sortieren war selten so unterhaltsam



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