Detective Sherlock: Shadow Stalker (PC)

Sherlock Holmes ermittelt in Baskerville Hall – und diesmal dürfen wir selbst entscheiden, was wir die Verdächtigen fragen. „Detective Sherlock: Shadow Stalker“ setzt auf KI-gestützte Gespräche, bei denen eigene Fragen formuliert werden können. Die Antworten werden entsprechend der jeweiligen Situation generiert.
Das ist ohne Zweifel die interessanteste Idee des Spiels. Statt sich durch festgelegte Dialogoptionen zu klicken, können wir tatsächlich eigene Gedanken und Verdachtsmomente ansprechen. Teilweise entstehen dadurch überraschend natürliche Gespräche, die einen gewissen Eindruck von echter Ermittlungsarbeit vermitteln.
Freiheit mit Grenzen
Leider funktioniert dieses Konzept nicht immer mit der restlichen Spielstruktur. Obwohl die Gespräche relativ frei geführt werden können, bleibt der eigentliche Handlungsablauf ziemlich linear. Informationen, die man bereits durch ein Gespräch herausgefunden hat, führen nicht zwangsläufig zum nächsten Schritt.
Stattdessen müssen bestimmte Aufgaben und Trigger in der vorgesehenen Reihenfolge ausgelöst werden. Das kann frustrierend sein, denn dadurch wird die eigentlich versprochene Freiheit wieder eingeschränkt. Die KI vermittelt zwar den Eindruck, dass wir selbst ermitteln können, das Spiel selbst entscheidet aber weiterhin ziemlich genau, wann es weitergeht.
Technische Probleme
Hinzu kommen einige technische Schwierigkeiten. Da die KI-Dialoge online generiert werden, ist eine Internetverbindung erforderlich. Außerdem kann es zu Problemen mit Quest-Triggern und einzelnen Aufgaben kommen. In manchen Situationen berichten Spieler sogar davon, dass ein Weiterkommen erst nach einem Neustart möglich war.
Für einen Early-Access-Titel sind solche Fehler nicht ungewöhnlich. Bei „Shadow Stalker“ fallen sie allerdings stärker ins Gewicht, weil gerade die Interaktion mit den Charakteren das Herzstück des Spiels bildet.
Atmosphäre bleibt hinter den Möglichkeiten
Auch bei der Präsentation wäre mehr möglich gewesen. Die Umgebungen wirken teilweise leer, Animationen und Charaktermodelle sind eher zweckmäßig und die Atmosphäre erreicht nur gelegentlich die Qualität, die man von einem Sherlock-Holmes-Abenteuer erwarten würde.
Dabei bietet das Szenario eigentlich hervorragende Voraussetzungen: ein altes Herrenhaus, mysteriöse Ereignisse und zahlreiche Verdächtige könnten für eine wunderbar düstere Detektivgeschichte sorgen. „Shadow Stalker“ nutzt dieses Potenzial bisher jedoch nur teilweise.
Interessantes Experiment
Auch das Token-System hinter den KI-Gesprächen sorgt für einen gewissen Widerspruch. Die freie Kommunikation ist schließlich die große Besonderheit des Spiels, gleichzeitig verbrauchen ausführlichere Gespräche Tokens. Zwar soll sich die Geschichte grundsätzlich auch ohne zusätzliche Käufe abschließen lassen, ausgiebiges Experimentieren mit den Dialogen wird dadurch aber weniger attraktiv.
„Detective Sherlock: Shadow Stalker“ bleibt deshalb momentan vor allem ein interessantes Experiment. Die Idee funktioniert durchaus und zeigt, welches Potenzial KI für zukünftige Detektivspiele haben könnte. Die Umsetzung wirkt allerdings noch nicht ausgereift genug, um dieses Potenzial vollständig auszuschöpfen.





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