Choice of Life: Floors (PC)
- Jana

- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Ein falscher Knopfdruck im Aufzug und plötzlich ist nichts mehr, wie es sein sollte. „Choice of Life: Floors“ schickt uns in ein scheinbar endloses Wohnhaus, in dem hinter jeder Etage neue Absurditäten, Gefahren und psychologische Abgründe warten. Dabei setzt das Spiel nicht auf klassische Action, sondern auf Entscheidungen, Bildern und eine gehörige Portion schwarzen Humor.
Jede Entscheidung kann alles verändern
Spielerisch bleibt „Choice of Life: Floors“ dem bekannten Prinzip der Reihe treu. Situationen werden uns in Form illustrierter Bilder präsentiert und anschließend müssen wir entscheiden, wie unsere Figur reagieren soll.
Dabei beginnt vieles noch vergleichsweise harmlos. Doch je tiefer uns der Aufzug durch das Gebäude bringt, desto seltsamer wird die Umgebung. Realität und Albtraum verschwimmen zunehmend miteinander und irgendwann wissen wir selbst nicht mehr genau, welchen Ereignissen wir eigentlich noch trauen können.

Die Entscheidungen beschränken sich dabei nicht ausschließlich auf offensichtliche Fragen nach richtig oder falsch. Manche Möglichkeiten sind vernünftig, andere vollkommen absurd und wieder andere können uns direkt in Schwierigkeiten bringen.
Genau das macht einen großen Teil des Reizes aus. Wir möchten ständig wissen, was passiert, wenn wir beim nächsten Durchgang einfach einmal die offensichtlich schlechtere Entscheidung auswählen.
Zwischen Wahnsinn und Vernunft
Besonders interessant ist der geistige Zustand unserer Spielfigur. Dieser beeinflusst, welche Entscheidungen uns überhaupt zur Verfügung stehen. Je nachdem, wie wir zuvor gehandelt haben, können sich dadurch vollkommen unterschiedliche Möglichkeiten ergeben.
Das passt hervorragend zur Handlung. Schließlich befinden wir uns nicht einfach nur in einem ungewöhnlichen Gebäude, sondern kämpfen gleichzeitig gegen die Ängste und Probleme unserer eigenen Figur.
Diese nehmen teilweise sogar die Form von Kreaturen an, gegen die wir kämpfen müssen. Zusätzlich finden wir Gegenstände, die uns in bestimmten Situationen weiterhelfen können.
Dadurch entsteht trotz der grundsätzlich einfachen Spielmechanik überraschend viel Abwechslung. „Choice of Life: Floors“ ist zwar hauptsächlich ein narratives Adventure, lässt uns aber regelmäßig überlegen, welche Konsequenzen unsere bisherigen Entscheidungen noch haben könnten.

Horror mit schwarzem Humor
Eine große Stärke ist die ungewöhnliche Atmosphäre.
Das Spiel möchte durchaus unheimlich sein, nimmt sich selbst dabei allerdings nie vollkommen ernst. Psychologischer Horror trifft auf absurde Situationen und schwarzen Humor. Selbst unangenehme oder groteske Szenen bekommen dadurch immer wieder einen komischen Unterton. Diese Mischung funktioniert erstaunlich gut.
Vor allem der handgezeichnete Grafikstil passt hervorragend dazu. Die Illustrationen wirken zunächst bunt und beinahe harmlos, können innerhalb weniger Augenblicke jedoch vollkommen ins Absurde oder Unheimliche kippen. Gerade weil „Choice of Life: Floors“ nicht versucht, uns mit möglichst realistischer Grafik zu erschrecken, besitzt das Spiel einen sehr eigenen Charakter.

Auch die Texte sind angenehm kurz gehalten. Statt uns mit langen Dialogen und Textwänden aufzuhalten, kommen die einzelnen Situationen schnell auf den Punkt. Dadurch bleibt das Spieltempo hoch und wir treffen beinahe ständig neue Entscheidungen.
Kurz, aber mit Wiederspielwert
Eine Schwäche lässt sich allerdings kaum übersehen: „Choice of Life: Floors“ ist ziemlich kurz. Ein erster Durchgang kann bereits nach ungefähr ein bis zwei Stunden beendet sein. Auch Spielerberichte bewegen sich häufig in diesem Bereich. Dafür ist das Spiel eindeutig darauf ausgelegt, mehrfach gespielt zu werden.
Es gibt verschiedene Handlungszweige und mehrere Enden. Wer nach dem Abspann direkt einen weiteren Durchgang startet und bewusst andere Entscheidungen trifft, entdeckt entsprechend neue Situationen. Dadurch relativiert sich die kurze Spielzeit zumindest etwas. Trotzdem hätten wir uns gerne noch einige zusätzliche Etagen und Ereignisse gewünscht.

Makaber, clever und überraschend entscheidungsreich |





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