The Anomaly Department (PC)
- Jana

- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Manchmal braucht es keine riesige offene Spielwelt und keine komplizierte Geschichte, um für spannende Unterhaltung zu sorgen. "The Anomaly Department" setzt stattdessen auf eine angenehm einfache Idee: Genau hinsehen, Veränderungen erkennen und im richtigen Moment entscheiden, ob tatsächlich eine Anomalie aufgetreten ist. Das von Buder Games entwickelte Indie-Spiel lässt sich sowohl alleine als auch kooperativ mit bis zu vier Spielern bestreiten.
Augen auf und nichts übersehen
Das Grundprinzip erinnert an bekannte Anomalie- und Beobachtungsspiele. Die Spieler bewegen sich aus der Ego-Perspektive durch verschiedene Schauplätze und müssen sich möglichst genau einprägen, wie die Umgebung ursprünglich ausgesehen hat. Gegenstände können plötzlich verschwinden, ihre Position wechseln oder vollkommen neue Objekte können auftauchen.
Manche Veränderungen springen sofort ins Auge, während andere derart klein ausfallen, dass man selbst nach mehreren Durchgängen beginnt, an der eigenen Erinnerung zu zweifeln. Genau daraus zieht The Anomaly Department einen Großteil seiner Spannung. Selbst unscheinbare Räume werden plötzlich zu kleinen Suchbildern, bei denen jedes Detail
verdächtig wirken kann.

Gemeinsam zweifelt es sich besser
Eine interessante Besonderheit ist die Abstimmung innerhalb des Teams. Die Gruppe muss sich letztendlich entscheiden, ob eine Veränderung stattgefunden hat oder nicht. Falsche Entscheidungen bleiben dabei nicht ohne Folgen. Zu viele Fehlentscheidungen können einen Durchgang vorzeitig beenden und sorgen dafür, dass die Suche zunehmend hektischer wird.
Gerade gemeinsam mit Freunden spielt "The Anomaly Department" seine größten Stärken aus. Während sich ein Spieler absolut sicher ist, dass ein Gegenstand gerade eben noch an einer anderen Stelle gestanden hat, behauptet der nächste genau das Gegenteil. Aus einer eigentlich simplen Beobachtungsaufgabe entstehen dadurch Diskussionen, gegenseitige Schuldzuweisungen und nicht selten ziemlich lustige Situationen.
Der Mix aus Puzzle, versteckten Objekten, leichter Spannung und schwarzem Humor funktioniert besonders im Koop-Modus erstaunlich gut.
Kurze Runden mit Wiederspielwert
Positiv ist außerdem die Gestaltung der einzelnen Durchgänge. Diese fallen bewusst relativ kurz aus und eignen sich damit hervorragend für eine schnelle Partie zwischendurch. Gleichzeitig sorgt die zufällige Auswahl verschiedener Anomalien dafür, dass man die Schauplätze nicht nach einem einzigen Durchgang komplett auswendig kennt.
Zusätzliche Herausforderungen sorgen ebenfalls dafür, dass etwas Abwechslung geboten wird. Trotzdem bleibt das grundlegende Spielprinzip natürlich immer gleich: beobachten, vergleichen und entscheiden. Wer genau daran Gefallen findet, bekommt entsprechend viel Wiederspielwert geboten.

Solo deutlich ruhiger
Alleine funktioniert das Konzept ebenfalls, verliert allerdings einen Teil seines Reizes. Das genaue Beobachten und Suchen bleibt interessant, doch das gemeinsame Rätseln und Diskutieren ist eindeutig einer der wichtigsten Bestandteile des Spiels.
Wer hauptsächlich solo spielen möchte, sollte deshalb keine tiefgehende Detektivsimulation erwarten. "The Anomaly Department" ist vielmehr ein unkompliziertes Anomalie-Suchspiel, das seine Stärken vor allem als kleiner Koop- und Party-Titel ausspielt.
Noch etwas Feinschliff notwendig
Ganz frei von Problemen ist der Ausflug in die Anomalie-Abteilung allerdings nicht. Gerade im Mehrspielermodus können kleinere technische Ungereimtheiten den ansonsten spaßigen Ablauf gelegentlich stören.
Auch der Umfang ist eher überschaubar. Zwar sorgen unterschiedliche Schauplätze, zufällige Anomalien und zusätzliche Herausforderungen für Wiederspielwert, doch das eigentliche Gameplay verändert sich verständlicherweise kaum.
Wer nach mehreren Stunden keine Freude mehr daran hat, minimale Unterschiede in bekannten Räumen aufzuspüren, wird auch durch neue Varianten nicht dauerhaft motiviert. Das gehört allerdings ein Stück weit zum Genre und ist weniger ein grundlegender Fehler als vielmehr eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Gemeinsam suchen, zweifeln und scheitern |





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