A Tale in the Garden (PC)
- Jana

- 17. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

„A Tale In The Garden“ ist ein kleines, narrative-getriebenes Point-and-Click-Adventure vom Indie-Studio Dream Outpost, das am 6. November 2025 für den PC veröffentlicht wurde. In der Rolle von Oma Filomena begibt man sich in ihren verwilderten Garten, den sie für einen Wettbewerbsbeitrag neu gestalten will – parallel dazu tauchen Erinnerungen, Briefe und Gedanken auf, die von Familiengeschichte, Vergänglichkeit und inneren Konflikten erzählen.
Lust auf Blumen gießen?
„A Tale in the Garden“ ist eines jener Indie-Spiele, die auf den ersten Blick charmant wirken, beim Spielen jedoch schnell Ernüchterung hinterlassen. Die Idee, Erinnerungen, Altern und Gartenpflege in einer ruhigen, erzählerischen Erfahrung zu verbinden, klingt interessant, doch in der Umsetzung bleibt davon nur wenig übrig. Schon nach wenigen Minuten merkt man, dass das Spiel kaum mehr bietet als simple Klicks und kurze Textabschnitte. Es sind wirklich nur simple Klicks, denn letztendlich macht man schnell nichts anderes mehr, als die 44 Blumenbeete zu gießen. Und zu gießen… und zu gießen. Rätsel, Spannung oder Abwechslung fehlen völlig. Stattdessen bewegt man sich träge durch ein einzelnes Szenario, das zwar hübsch koloriert ist, aber schnell eintönig wirkt. Die Atmosphäre versucht, nachdenklich und melancholisch zu sein, bleibt jedoch oberflächlich – als hätte man versucht, große Emotionen zu erzeugen, ohne sie wirklich zu fühlen.

Auch erzählerisch ist das Spiel enttäuschend. Die Geschichte rund um Filomena und ihren Garten hätte durchaus Potenzial, wird aber kaum entwickelt. Vieles bleibt angedeutet, ohne Tiefgang oder echte Auflösung. Dass die deutsche Übersetzung zusätzlich einige Fehler aufweist, raubt dem Spiel noch mehr Atmosphäre. Nach etwa einer halben bis ganzen Stunde ist auch schon alles vorbei, und man hat eher das Gefühl, einem interaktiven Bilderbuch beigewohnt zu haben als einem vollwertigen Spiel.
Technisch läuft „A Tale in the Garden“ zwar problemlos, doch das ist bei der geringen Komplexität kaum ein Vorteil. Es gibt kaum Animationen, keine Sprachausgabe und die musikalische Untermalung wirkt belanglos – fast so, als wäre sie einem kostenlosen Soundarchiv entnommen. Die Präsentation bleibt dadurch blass und kann das atmosphärische Defizit nicht ausgleichen.

Am Ende bleibt der Eindruck eines hübsch gemeinten, aber belanglosen Experiments. Für Spieler, die wirklich in eine Geschichte eintauchen oder spielerische Tiefe erleben wollen, ist „A Tale in the Garden“ kaum der Rede wert. Es ist ein kurzer Ausflug, der so schnell verblüht, wie er begonnen hat. Und obendrein ist die Story zu traurig für ein Gartenspiel.

Ein charmantes Konzept, das schnell verblüht |
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