The Dinner (PC)
- Jana

- 17. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

„The Dinner“ ist ein kurzes narratives Spiel mit einer Spielzeit von etwa einer Stunde, das sich mit Schuld, moralischer Verantwortung und den Nachwirkungen einer extremen Tat beschäftigt. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Mannes, der ein Abendessen vorbereitet, während seine Gedanken immer wieder um ein traumatisches Ereignis kreisen. Das gesamte Spiel bleibt bewusst auf diesen einen Ort und Moment beschränkt und versucht, über Symbolik und Atmosphäre ein psychologisches Drama zu entfalten.
Eine Geschichte, die mehr andeutet als erzählt
Die Handlung wird stark fragmentiert präsentiert. Statt klarer Entwicklungen setzt das Spiel auf Andeutungen, visuelle Metaphern und kurze innere Reflexionen. Das wirkt zwar ambitioniert, bleibt aber inhaltlich oft zu vage. Gerade weil das Spiel so kurz ist, fehlt der Geschichte der Raum, um ihre Themen wirklich zu vertiefen oder emotional auszubauen. Vieles bleibt Interpretation, ohne dass sich daraus eine echte innere Spannung entwickelt.

Minimale Interaktion auf engem Raum
Spielerisch ist „The Dinner“ extrem reduziert. Die Interaktionen beschränken sich auf einfache Handlungen und kurze Erkundungsphasen. Einfluss auf den Ablauf oder die Aussage des Spiels hat man kaum. Statt eines aktiven Erlebnisses entsteht eher das Gefühl, einen festgelegten Gedankengang abzulaufen. Für ein einstündiges Spiel ist das zwar konsequent, aber dennoch unbefriedigend.
Jump Scares verlieren schnell ihre Wirkung
Zu Beginn arbeitet „The Dinner“ mit vereinzelten Jump Scares, die anfangs durchaus funktionieren und kurzzeitig für Unruhe sorgen. Allerdings zünden diese Effekte nur in der Anfangsphase. Sobald man sich an die Mechanik gewöhnt hat, verlieren sie vollständig ihre Wirkung. Im weiteren Verlauf gelingt es dem Spiel nicht, diese Form von Spannung durch andere Mittel zu ersetzen.

Monotone Atmosphäre statt nachhaltiger Beklemmung
Die visuelle Gestaltung ist bewusst kühl und reduziert. Anfangs unterstützt das die Stimmung, doch über die kurze Laufzeit hinaus wirkt die Präsentation schnell eintönig. Auch das Sounddesign bleibt sehr zurückhaltend und schafft es nicht, die psychologische Schwere dauerhaft zu tragen. Statt wachsender Beklemmung stellt sich zunehmend Leerlauf ein.
Ein Ende ohne echte Befriedigung
Das Spiel steuert klar auf ein Finale zu, das inhaltlich schockieren will, dabei aber eher ratlos zurücklässt. Zwar ist das Ende nicht abrupt, doch es fühlt sich erzählerisch unausgereift an. Statt einer gedanklichen Zuspitzung oder eines nachhaltigen Nachhalls bleibt vor allem Irritation. Der starke Schlussimpuls wirkt isoliert und kann die vorherige Leere nicht ausgleichen.

„The Dinner“ ist ein sehr kurzes Spiel mit einem ernsten, provokanten Thema, das jedoch weder spielerisch noch erzählerisch überzeugend ausgearbeitet wird. Die minimale Interaktion, Jump Scares mit kurzer Halbwertszeit und ein unbefriedigendes Ende sorgen dafür, dass das Spiel trotz seines Anspruchs kaum nachwirkt.

Kurzes Erlebnis mit wenig Wirkung |
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