Schlafende Vulkane
- Jana

- 9. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Schon die ersten Seiten machen deutlich, dass „Schlafende Vulkane“ keine leichte Kost ist. Der Fund einer grausam ermordeten Frau in einem Reitstall und das spurlose Verschwinden ihres zehnjährigen Sohnes sorgen sofort für Spannung. Die Geschichte wirft zahlreiche Fragen auf und versteht es hervorragend, die Neugier der Leser von Beginn an zu wecken.
Eine sympathische Ermittlerin
Mit Helga Jónsdóttir begleitet man eine junge Polizistin, die ihre erste Mordermittlung übernimmt. Gerade weil sie noch nicht zur erfahrenen Elite gehört, wirkt sie menschlich und authentisch. Sie macht Fehler, denkt aber gleichzeitig mit viel Herz und Verstand. Zusammen mit dem ortskundigen Bjarki bildet sie ein harmonisches Ermittlerduo, das sich im Laufe der Geschichte immer besser ergänzt.
Island als heimlicher Hauptdarsteller
Die raue Landschaft Islands trägt einen großen Teil zur besonderen Atmosphäre des Romans bei. Vulkanlandschaften, Höhlen und die scheinbar endlose Wildnis sorgen für ein bedrückendes Gefühl und lassen die Suche nach dem verschwundenen Jungen noch dramatischer wirken. Man hat beim Lesen häufig das Gefühl, selbst mitten in der kargen Natur unterwegs zu sein.

Spannung mit cleveren Wendungen
Der Fall entwickelt sich kontinuierlich weiter und überrascht immer wieder mit neuen Erkenntnissen. Besonders gelungen ist dabei, dass der Täter nie unterschätzt wird. Seine Vorgehensweise wirkt durchdacht und gefährlich, wodurch die Spannung bis zum Schluss hoch bleibt. Der Roman verzichtet auf unnötige Effekthascherei und setzt stattdessen auf eine nachvollziehbare und gut aufgebaute Handlung.
Kleine Längen trüben das Gesamtbild kaum
Zwischendurch gönnt sich die Geschichte einige ruhigere Momente, in denen die Ermittlungen etwas langsamer voranschreiten. Diese Passagen dienen jedoch vor allem dazu, die Figuren besser kennenzulernen und die Atmosphäre weiter auszubauen. Wer actionreiche Thriller erwartet, könnte hier etwas Geduld benötigen, Freunde skandinavischer Krimis werden sich daran jedoch kaum stören.
Wenn die eisige Wildnis zur tödlichen Falle wird
„Schlafende Vulkane“ überzeugt mit einer dichten Atmosphäre, glaubwürdigen Figuren und einem spannenden Kriminalfall, der bis zum Ende fesselt. Die beeindruckende Kulisse Islands verleiht der Geschichte ihren ganz eigenen Charakter und macht den Roman zu einer gelungenen Mischung aus Ermittlungsarbeit und Survival-Elementen. Fans von Nordic Noir kommen hier definitiv auf ihre Kosten.

Atmosphärischer und spannender Island-Krimi |





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