Murder by Numbers (PC)
- Jana

- 19. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

„Murder by Numbers“ versucht, eine Detektivgeschichte mit Picross-Rätseln zu kombinieren, und präsentiert sich im bunten Retro-TV-Look der 90er. Die nostalgische Optik und der passende Soundtrack von Masakazu Sugimori schaffen zwar eine angenehme Stimmung, doch dahinter steckt ein Spiel, das oft weniger bietet, als es verspricht.
Nette Figuren – aber nicht genug, um zu tragen
Honor Mizrahi und der Roboter SCOUT sind sympathisch, keine Frage. Auch die Nebenfiguren bringen Humor und Abwechslung. Trotzdem schaffen es die Dialoge nicht immer, das Interesse aufrechtzuerhalten. Vieles wirkt gestreckt, manche Szenen ziehen sich, und die Handlung verläuft oft ziemlich vorhersehbar. Die charmante Präsentation kann darüber nur bedingt hinwegtäuschen. Nach einer Weile ist man geneigt, die Dialoge einfach nur noch durchzuklicken und der Story nicht mehr zu folgen.

Picross-Rätsel als Kern – und genau das ist das Problem
Der größte Kritikpunkt ist die Balance: Obwohl das Spiel als Detektivabenteuer vermarktet wird, besteht der Großteil der „Ermittlungen“ aus immer gleichen Nonogramm-Puzzles. Wer Picross liebt, wird zwar beschäftigt, doch wer auf echte Deduktion, überraschende Wendungen oder cleveres Kombinieren hofft, bleibt enttäuscht. Viele Rätsel fühlen sich nach kurzer Zeit repetitiv an, und die Story gerät dadurch oft in den Hintergrund. Sicher, der Name ist hier Programm und es geht hauptsächlich um Nummern, aber etwas mehr Abwechslung wäre wünschenswert gewesen.

Wiederholungen und künstliche Länge
Die Struktur der Fälle ist sehr ähnlich, wodurch schnell Routine aufkommt. Und wenn endlich mal spannende Momente aufkommen, verlieren diese durch die ständige Puzzle-Unterbrechung an Wirkung. Insgesamt hätte das Spiel eine straffere Erzählweise und mehr spielerische Abwechslung dringend nötig gehabt.
„Murder by Numbers“ hat also Stil und gute Ansätze, scheitert aber am eigenen Konzept. Die charmante Optik und nette Figuren retten nicht darüber hinweg, dass das Spiel zu oft monoton wirkt und seine Detektividee halbherzig umsetzt. Für Nonogramm-Fans ist es solide – alle anderen werden sich schnell fragen, ob es hier wirklich um Mordfälle geht oder doch nur um ein endloses Rätselraster.


Nette Figuren – aber nicht genug, um zu tragen |
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