Ghost Keeper (PC)


Was wäre, wenn man in einem Horrorspiel nicht vor Geistern davonlaufen müsste, sondern selbst über eine Gruppe übernatürlicher Wesen verfügt? Genau hier setzt „Ghost Keeper“ an. Statt den nächsten Schreckmoment zu überleben, übernimmt man die Rolle desjenigen, der für Angst und Schrecken sorgt.
Im viktorianischen England schickt man Geister gegen die Lebenden ins Feld. Dabei geht es nicht einfach darum, möglichst viel Schaden anzurichten. Die verschiedenen Wesen besitzen unterschiedliche Fähigkeiten und müssen gezielt eingesetzt werden. Dadurch entsteht eine Mischung aus Strategie, Management und schwarzem Humor, die sich angenehm vom klassischen Horrorgenre abhebt.
Angst als taktische Waffe
Das Herzstück des Spiels ist das Zusammenspiel der verschiedenen Kreaturen. Jede besitzt eigene Stärken und Fähigkeiten, wodurch sich unterschiedliche Vorgehensweisen ergeben. Man kann Gegner erschrecken und vertreiben, bestimmte Situationen gezielt manipulieren oder deutlich brutaler vorgehen.
Gerade diese Freiheit macht „Ghost Keeper“ interessant. Es gibt nicht nur einen vorgegebenen Lösungsweg. Wer seine übernatürlichen Helfer geschickt kombiniert, kann Situationen auf ganz unterschiedliche Weise meistern.

Dabei erinnert das Grundprinzip unweigerlich an „Ghost Master“. Das ist keineswegs ein schlechtes Zeichen – im Gegenteil. Viele Fans des Klassikers dürften sich sofort heimisch fühlen. Gleichzeitig besitzt „Ghost Keeper“ eine modernere Präsentation und einen deutlich groteskeren, teilweise makabren Humor.
Charmante Monster statt austauschbarer Gegner
Besonders gelungen sind die Kreaturen selbst. Die Entwickler setzen nicht ausschließlich auf klassische Horrorfiguren, sondern spendieren den einzelnen Charakteren eigene Eigenschaften und Fähigkeiten. Dadurch entsteht eine überraschend abwechslungsreiche Truppe.
Das sorgt auch dafür, dass man nicht einfach irgendeine Einheit auswählt, sondern zunehmend überlegt, welcher Charakter für eine bestimmte Situation am sinnvollsten ist. Genau hier entwickelt „Ghost Keeper“ seinen strategischen Reiz.
Zusätzlich tragen die Dialoge und der schwarze Humor viel zur Atmosphäre bei. Das Spiel nimmt sein Horrorszenario nicht durchgehend bierernst und schafft dadurch einen Stil, der eher grotesk und unterhaltsam als wirklich erschreckend wirkt.
Einzig der Einstieg ist etwas holprig. Es gibt zwar ein Tutorial, dieses hilft aber nur bedingt. Vieles muss sich der Spieler erst selbst beibringen und durch Austesten erlernen.


Hier steht man mal auf der anderen Seite des Horrors! |





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