Shelter - Auf den Straßen von New York
- Jana

- 29. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Aus keiner Großstadt sind sie wegzudenken. An Bahnhöfen, unter Brücken, in Fußgängerzonen – überall gehören sie zum „normalen“ Straßenbild. Und dennoch wird ihnen kaum Beachtung geschenkt. Die Rede ist von Obdachlosen. Man geht an ihnen vorbei, registriert sie kaum. Und wer stellt sich denn wirklich die Frage, was hinter den einzelnen Schicksalen steckt? Warum sind diese Menschen in diese Situation geraten? Sind sie Aussteiger, sind sie Flüchtlinge oder sind sie Drogenjunkies, die den Absprung nicht mehr geschafft haben? Nur wenige nehmen sich dieser Menschen tatsächlich an. Der Film „Shelter – Auf den Straßen von New York“ befasst sich jedoch mit dem Schicksal zweier Heimatlosen.
Tahir (gespielt von Anthony Mackie, bekannt aus verschiedenen „Avengers“-Filmen) ist aus Nigeria geflohen und hat dort schreckliche Dinge erlebt und getan. Nach einem kurzen Gefängnisaufenthalt lebt er wieder in New York auf der Straße und möchte zu seinen wenigen Habseligkeiten zurückkehren. Doch leider muss er feststellen, dass sein Freund – trotz eines Versprechens – nicht auf diese Sachen aufgepasst hat. Dann fällt ihm eine Frau ins Auge, die seine Jacke trägt. Beharrlich folgt er ihr und freundet sich mit der Zeit mit ihr an. Sie, das ist Hannah (gespielt von Jennifer Connelly, bekannt unter anderem aus „A Beautiful Mind“), eine heroinabhängige Frau, die ehemals aus gutem Hause kam. Im Laufe der Zeit wird aus der Freundschaft mehr und die beiden wollen versuchen, wieder in ein normales Leben zurückzukehren...
Ein Film mit Tiefgang
Bei „Shelter – Auf den Straßen von New York“ handelt es sich nicht um Mainstream-Kino. Das sollte dem geneigten Zuschauer unbedingt bewusst sein. Vielmehr könnte man den Film als Indie-Titel beschreiben, der ein bisschen künstlerisch angehaucht ist. Auf actionreiche Szenen wurde verzichtet, dafür gibt es eine Menge tiefgehende Dialoge. Tiefgang ist dabei ein gutes Stichwort. Hier wird nicht auf lockere Unterhaltung gesetzt, sondern der Zuschauer wird bewusst zum Nachdenken angeregt. „Shelter“ ist ein Drama durch und durch. Ein Drama, das berührt, das fesselt und schockiert. Leicht verdaulich ist der Film sicher nicht, so schnell kann man den Inhalt nicht vergessen.
Auch wird „Shelter“ nicht jedermann gerecht werden. Bei aller Begeisterung über den Tiefgang des Films, muss doch angemerkt sein, dass er über einige Längen verfügt, die hie und da Langeweile aufkommen lassen. Die bereits angesprochenen künstlerischen Szenen kommen vor allem bei einem Zeitsprung zur Geltung und passen nicht wirklich in die Thematik. Manche Dialoge driften zu weit ab, als dass sie den Zuschauer wirklich fesseln könnten, andere wiederum sind so gut ausgeklügelt, dass man den Drehbuchautor nur loben kann.
Lob gilt auch den Darstellern, allen voran Jennifer Connelly, die die heroinsüchtige Hannah äußerst glaubhaft verkörpert. Sie schafft es, die Figur sowohl in Zeiten des Entzugs als auch im Heroinrausch überzeugend darzustellen. Anthony Mackie hingegen kauft man den Obdachlosen nur bedingt ab, was allerdings auch der Rolle Tahir zuzuschreiben ist. Selbst die Nebendarsteller wurde genau richtig gewählt, sodass über das Cast nicht gemeckert werden kann. Technisch ebenso einwandfrei, zeigt sich „Shelter“ als gelungenes Drama für alle, die abseits des Mainstreams schwere Kost mit besonderer Thematik sehen möchten.

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