Hausmann ermittelt - Gegrüßet seist du, Maria!
- Jana

- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Jürgen B. Hausmann steht für Alltagshumor mit Wiedererkennungswert. In seinen Bühnenprogrammen erzählt er Geschichten aus Schule, Familie, Nachbarschaft und Vereinsleben – stets mit einem liebevollen, manchmal leicht nostalgischen Blick auf das „normale Leben“.
Neben seinen erfolgreichen Live-Programmen hat er mehrere Bücher veröffentlicht, darunter auch den humorvollen Kriminalroman „Hausmann ermittelt“.
„Gegrüßet seist du, Maria!“
Ausgerechnet kurz vor dem Höhepunkt der fünften Jahreszeit wird die sonst so ruhige Ortschaft Mariaeruh von einem düsteren Ereignis erschüttert. Statt ausgelassener Karnevalsstimmung sorgt ein Todesfall für Entsetzen: Vor der kleinen Marienkapelle wird eine Frau tot aufgefunden – eine angesehene Dorfbewohnerin, deren lebloser Körper ein verstörendes Bild bietet.
Der ehemalige Lateinlehrer Josef Hausmann fühlt sich persönlich betroffen. Er war mit der Toten bekannt, kennt ihre Geschichte – und die der meisten anderen im Ort gleich mit. Neugier, Gerechtigkeitssinn und vielleicht auch ein wenig Sturheit treiben ihn an, den Dingen auf den Grund zu gehen. Unterstützung bekommt er von seinem guten Freund Hubert Schmitz, der als pensionierter Kriminalbeamter über die nötige Erfahrung verfügt.
Humor trifft auf Lokalkolorit
Mit „Hausmann ermittelt“ zeigt Jürgen B. Hausmann nun also einmal mehr, dass man keinen düsteren Kommissar mit Alkoholproblem braucht, um Spannung und Unterhaltung zu erzeugen. Stattdessen schickt er eine Figur ins Rennen, die man sofort ins Herz schließt: bodenständig, ein wenig schrullig und mit einem Blick für die Absurditäten des Alltags, der herrlich entlarvend wirkt.
Das Buch bewegt sich gekonnt zwischen Krimi und Kabarett. Es ist weniger ein klassischer Whodunit mit nervenzerreißender Hochspannung, sondern vielmehr eine humorvolle Ermittlungsreise durch zwischenmenschliche Verwicklungen, Missverständnisse und typisch deutsche (oder besser: rheinische) Eigenheiten.
Sympathische Figuren statt blutiger Details
Hausmanns große Stärke liegt in seiner Sprache. Dialoge wirken lebendig und authentisch, oft mit einem Augenzwinkern, das man beim Lesen regelrecht hören kann. Wer den Autor von der Bühne kennt, erkennt seinen Ton sofort wieder – trocken, pointiert, manchmal leicht überspitzt, aber nie bösartig.
Besonders gelungen ist das Lokalkolorit. Schauplätze und Figuren wirken greifbar, fast so, als würde man selbst durch die Straßen schlendern und den Ermittlungen beiläufig beiwohnen. Das verleiht dem Roman eine angenehme Wärme und Nähe.
Wer harte Thrillerkost erwartet, wird hier nicht fündig – und das ist auch gut so. „Hausmann ermittelt“ setzt auf Situationskomik und charmante Charakterzeichnung. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, mit Ecken und Kanten, aber stets menschlich.
Leichte Krimikost mit Herz
Die Handlung ist solide konstruiert und bietet genügend Wendungen, um die Neugier
wachzuhalten. Gleichzeitig bleibt alles angenehm zugänglich. Das Buch eignet sich ideal für entspannte Lesestunden, etwa im Urlaub oder als humorvolle Abendlektüre nach einem langen Tag.

Leichte Krimikost mit Herz und Humor |





Kommentare