Escape Room
- Jana

- 15. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Escape Room (2019, Regie: Adam Robitel) ist ein Thriller, der versucht, das populäre Escape-Room-Phänomen auf die große Leinwand zu übertragen – mit tödlichen Konsequenzen. Der Film folgt einer Gruppe Fremder, die eine scheinbar harmlose Einladung zu einem neuartigen Escape-Erlebnis annehmen. Was wie ein harmloses Spiel beginnt, entpuppt sich schnell als perfide Falle, in der jede Aufgabe lebensgefährlich wird und nur jene eine Chance haben, die schneller denken als der Raum sie töten kann.
Starker Einstieg mit kreativen Ideen
Der Film macht von Beginn an vieles richtig. Die ersten Räume sind spannend gestaltet, kreativ durchdacht und erzeugen schnell Druck. Der Ofenraum, der Eisschacht oder der Upside-Down-Billardraum gehören eindeutig zu den stärksten Momenten des Films. Robitel versteht es, klaustrophobische Situationen zu schaffen, die den Puls hochtreiben und die Zuschauer in dieselbe Panik versetzen wie die Figuren. Auch das Pacing ist zu Beginn angenehm straff, ohne unnötige Längen oder übertriebene Erklärungen.
Atmosphäre und Darsteller
Die Schauspielerinnen und Schauspieler liefern solide Leistungen, auch wenn die Figuren bewusst stereotyp angelegt sind: der schüchterne Student, der arrogante Geschäftsmann, die traumatisierte Soldatin, der fröhliche Nerd. Das funktioniert für das Genre, bleibt aber oberflächlich. Wirklich emotional berührt wird man selten. Was den Film jedoch besonders trägt, ist seine Atmosphäre – die konstante Bedrohung, das Gefühl der Beobachtung und die stylisch gestalteten Räume sorgen für ein durchgehend spannendes Grundgefühl.
Wenn Logik auf der Strecke bleibt
Trotz seines starken Mittelteils macht Escape Room mehrere Fehler, die den Gesamteindruck trüben. Je weiter der Film fortschreitet, desto stärker löst sich die Handlung von der eigenen Logik. Einige Raummechaniken wirken überkonstruiert oder technisch völlig unmöglich. Zudem geraten Motivation und Hintergrund der „Game Master“-Organisation stellenweise so abstrus, dass man das Gefühl bekommt, die Bedrohung existiert nur, um die Figuren in die nächste Falle zu schicken – nicht weil es innerhalb der Welt wirklich Sinn ergibt.
Auch das Ende polarisiert stark. Während die Haupthandlung eigentlich einen guten Abschluss findet, wirkt die anschließende Teaser-Sequenz wie ein erzwungener Cliffhanger, der den Film explizit auf eine Fortsetzung trimmt. Das nimmt dem Finale etwas die Wirkung und lässt den Film weniger abgeschlossen erscheinen.
Nicht immer überzeugende CGI-Effekte
Während die praktischen Setpieces oft eindrucksvoll gestaltet sind, schwächelt Escape Room immer dann, wenn er sich auf CGI-Effekte verlässt. Besonders in den Übergängen zwischen den Räumen oder bei Szenen, die physikalisch komplexe Effekte darstellen sollen, wirkt die digitale Umsetzung teilweise künstlich, flach und wenig hochwertig. Die computergenerierten Elemente fügen sich nicht immer harmonisch in die realen Kulissen ein, was die Immersion in entscheidenden Momenten stört. Statt die Bedrohung zu verstärken, erinnern manche Effekte eher daran, dass man einen Film mit begrenztem Budget sieht. Dadurch verlieren einige potenziell starke Szenen an Intensität.
Escape Room ist ein spannender, visuell einfallsreicher Thriller, der vor allem am Anfang und im Mittelteil seine Stärken ausspielt. Die Räume sind kreativ, die Spannung funktioniert und das Tempo hält den Zuschauer bei Laune. Gleichzeitig bleibt der Film hinter seinem Potenzial zurück, weil er im späteren Verlauf die Logik vernachlässigt und sich zu sehr auf reines Spektakel verlässt.
Wer Lust auf einen unterhaltsamen, leicht konsumierbaren Survival-Thriller hat, wird hier definitiv fündig. Wer hingegen eine tiefere Geschichte oder glaubwürdigen psychologischen Horror erwartet, dürfte eher enttäuscht sein.

Unterhaltsamer Thriller mit Stil – aber ohne Tiefgang |
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