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Die Stockholm-Protokolle

  • Autorenbild: Jana
    Jana
  • 17. Mai
  • 2 Min. Lesezeit


Moa Berglöf ist eine schwedische Autorin und politische Kommunikationsexpertin. Besonders bekannt wurde sie durch ihre Arbeit als Redenschreiberin des ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven. Joakim Zander ist ein schwedischer Autor und Jurist. Er arbeitete unter anderem für die Europäische Union sowie in internationalen Organisationen und beschäftigt sich beruflich seit vielen Jahren mit Politik, Recht und internationalen Beziehungen. Entsprechend kennen sich die beiden sehr gut in Sachen Politik aus – was für dieses Buch ein großer Vorteil ist.


Spannung zwischen Politik und Medien


„Die Stockholm-Protokolle“ von Moa Berglöf und Joakim Zander ist kein typischer Action-Thriller voller Explosionen oder permanenter Verfolgungsjagden. Stattdessen setzt das Buch auf politische Intrigen, journalistische Recherchen und eine eher ruhige, realistische Erzählweise. Genau deshalb fühlt sich der Titel oft eher wie ein moderner Kriminalroman als ein klassischer Hochgeschwindigkeits-Thriller an.


Im Mittelpunkt steht die Investigativjournalistin Julia, die einem möglichen politischen Skandal auf der Spur ist. Gleichzeitig gerät ihr Ehemann Alfred plötzlich mitten ins Machtzentrum Schwedens, als er überraschend zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten ernannt wird. Dadurch entsteht nicht nur politische Spannung, sondern auch eine sehr persönliche Geschichte über Vertrauen, Loyalität und Manipulation.


Ruhiger erzählt, aber dennoch spannend


Wer einen actionreichen Thriller erwartet, könnte anfangs überrascht sein. Das Buch nimmt sich Zeit für seine Figuren, politische Abläufe und die Entwicklung der Geschichte. Gerade dadurch entsteht aber eine glaubwürdige und oft bedrückende Atmosphäre.



Die Spannung entsteht weniger durch große Schockmomente, sondern vielmehr durch Gespräche, Enthüllungen und die Frage, wem man überhaupt noch vertrauen kann. Dadurch wirkt die Geschichte deutlich realistischer als viele überdrehte Politthriller.


Politik spielt die Hauptrolle


Man merkt schnell, dass sich das Buch stark mit politischen Themen beschäftigt. Machtstrukturen, Medienarbeit, politische Kommunikation und öffentliche Wahrnehmung stehen klar im Mittelpunkt. Deshalb sollte man zumindest ein gewisses Interesse an Politik mitbringen, um wirklich Gefallen an dem Titel zu finden.


Wer sich für politische Hintergründe, Manipulation hinter den Kulissen oder journalistische Recherchen interessiert, dürfte hier allerdings voll auf seine Kosten kommen. Leserinnen und Leser, die eher schnelle Action suchen, könnten den Roman dagegen stellenweise als etwas zu ruhig empfinden.


Glaubwürdige Figuren und starke Atmosphäre


Besonders gelungen sind die Figuren, die angenehm menschlich wirken. Niemand erscheint völlig perfekt oder eindeutig gut beziehungsweise böse. Gerade diese Grauzonen machen die Geschichte interessant. Auch die Atmosphäre funktioniert hervorragend. Es wird nicht romantisiert, sondern wirkt modern, kühl und teilweise fast bedrückend. Das passt sehr gut zur gesamten Stimmung des Buches. Wer also Lust auf einen gut recherchierten Politikroman hat, ist hier richtig.



Ruhiger Politkrimi mit viel Tiefgang



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