Wir Töchter der Hexen, die den Kreis durchbrechen
- Jana

- 15. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

"Wir Töchter der Hexen – Die den Kreis durchbrechen" ist ein Buch, das weniger gelesen als vielmehr erlebt werden will. Es spricht nicht den Kopf zuerst an, sondern das Gefühl – und genau darin liegt seine Stärke, aber auch seine Grenze.
In „Wir Töchter der Hexen – Die den Kreis durchbrechen“ geht es im Kern um weibliche Prägungen, generationsübergreifende Verletzungen und die bewusste Entscheidung, alte Muster zu beenden.
Der zentrale Gedanke
Das Buch vertritt die Idee, dass viele Frauen unbewusst emotionale Lasten ihrer Mütter, Großmütter und früherer Generationen in sich tragen. Diese Lasten zeigen sich etwa als Schuldgefühle, Selbstverleugnung, Anpassung und dem Bedürfnis, stark zu sein und zu funktionieren.
Der Begriff der „Hexe“ steht dabei nicht für Magie im klassischen Sinn, sondern symbolisch für Frauen, die früher eigenständig, wissend oder unbequem waren – und dafür unterdrückt, ausgegrenzt oder zum Schweigen gebracht wurden. Diese kollektive Erfahrung soll sich, so die Idee der Autorin, bis heute in weiblichen Biografien fortsetzen.
Ein Buch, das berührt – nicht belehrt
Der Text richtet sich also vor allem an Frauen, die sich mit weiblicher Ahnenlinie, Prägungen, inneren Verletzungen und generationsübergreifenden Mustern auseinandersetzen wollen. Die Sprache ist bewusst weich und manchmal fast beschwörend. Das kann sehr berührend sein, besonders für Leserinnen, die sich bereits mit Themen wie Selbstheilung, Trauma-Arbeit oder Spiritualität beschäftigen.
Wer nüchterne Analysen oder wissenschaftliche Belege erwartet, wird hier allerdings nicht fündig. Das Buch argumentiert nicht, es lädt ein. Es erklärt wenig, sondern öffnet Räume.
Die Kraft des Wiedererkennens
Stark ist das Buch immer dann, wenn es Gefühle in Worte fasst, die viele kennen, aber selten klar benennen können: Schuld, Anpassung, das ständige Funktionieren, das Schweigen früherer Generationen. In diesen Momenten entsteht ein echtes Gefühl von Verbundenheit – mit sich selbst, mit der eigenen Mutter oder Großmutter, mit einer größeren weiblichen Geschichte.
Gerade das Bild des „Kreises“, der durchbrochen werden soll, funktioniert emotional gut. Es gibt Leserinnen das Gefühl, nicht allein zu sein mit ihren inneren Kämpfen.
Wo es schwächer wird
Die größte Schwäche des Buches liegt in seiner Wiederholung. Viele Gedanken kehren in leicht veränderter Form immer wieder zurück. Das kann meditativ wirken – oder ermüdend, je nach Erwartungshaltung.
Außerdem bleibt manches bewusst vage. Praktische Werkzeuge, konkrete Schritte oder klare Anleitungen sucht man oft vergeblich. Das Buch zeigt Wunden, aber es verbindet sie nicht immer. Ebenfalls störend könnte man stellenweise den Schreibstil empfinden. Während dieser zwar meistens weich und einladend ist, kommt er manchmal sehr salopp herüber – zu freundschaftlich, zu jung.
Kein klassischer Ratgeber
Wichtig: Das Buch ist keine Anleitung im klassischen Sinn. Es gibt keine klaren Schritte, Übungen oder Therapiekonzepte. Stattdessen arbeitet es mit Reflexion, emotionalen Impulsen und spiritueller Sprache. Es will Leserinnen in einen inneren Prozess führen, nicht zu einem konkreten Ziel.
„Wir Töchter der Hexen – Die den Kreis durchbrechen“ ist kein Buch, das man „abhakt“. Es ist ein Begleiter, ein Spiegel, manchmal ein Trost. Es kann sehr heilsam sein – wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen. Gleichzeitig verlangt es Geduld und die Akzeptanz, dass nicht alles erklärt oder aufgelöst wird.
Ein ehrliches, gefühlvolles Buch mit starker Atmosphäre – aber nicht für jede Leserin und nicht für jeden Moment im Leben.

Ein ehrliches Buch, das berührt |





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