Wien mal anders
- Jana

- 12. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Jan.

Reiseführer über Wien gibt es tatsächlich wie Sand am Meer. Kaum eine andere Stadt wird so häufig beschrieben, fotografiert und empfohlen. Stephansdom, Schloss Schönbrunn, Prater und Sachertorte – all das kennt man, oft sogar schon, bevor man überhaupt das erste Mal in Wien war. Genau hier setzt „Wien mal anders“ an und schlägt bewusst einen anderen Weg ein.
Dieses Buch will nicht erklären, was man gesehen haben muss, sondern zeigt, was man entdecken kann, wenn man bereit ist, gewohnte Blickwinkel zu verlassen. Es richtet sich an all jene, die Wien nicht abhaken, sondern erleben möchten.
Abseits der Postkartenmotive
Statt die immer gleichen Sehenswürdigkeiten herunterzubeten, bleibt „Wien mal anders“ seinem Titel treu und führt seine Leser an Orte, die man so in klassischen Reiseführern kaum findet. Versteckte Plätze, ungewöhnliche Ecken, kleine Details am Wegesrand – das Buch öffnet die Augen für ein Wien, das oft übersehen wird, obwohl es direkt vor uns liegt.
Dabei geht es nicht um spektakuläre Sensationen, sondern um das leise Staunen: um Plätze mit Geschichte, um Eigenheiten der Stadt, um Atmosphären, die man nur wahrnimmt, wenn man langsamer wird und genauer hinsieht. Um nur einige Beispiele zu nennen: Es geht ins Wüstenhaus, zum Grab von Falco und auch zu den "schiachsten" Orten der Stadt. Sicher werden auch bekannte Orte wie der Prater und der Naschmarkt erwähnt - aber eben auf eine ganz besondere Art und Weise.

Wien mit Charakter und Haltung
Was „Wien mal anders“ besonders auszeichnet, ist seine Haltung. Der Stadtführer wirkt nicht wie eine nüchterne Aufzählung von Tipps, sondern wie eine persönliche Einladung. Die Texte sind lebendig, neugierig und manchmal augenzwinkernd, ohne dabei ins Beliebige abzurutschen. Man merkt schnell: Hier schreibt jemand, der Wien kennt – und der diese Stadt nicht nur zeigen, sondern fühlbar machen möchte.
Der Blick auf Wien bleibt dabei ehrlich. Nicht alles wird romantisiert, nicht alles ist geschniegelt und geschniegelt schön. Gerade diese Authentizität verleiht dem Buch Tiefe und Glaubwürdigkeit.
Für Wienerinnen, Wiener und Neuentdecker
Ein großer Pluspunkt: „Wien mal anders“ funktioniert nicht nur für Touristen. Auch Einheimische werden beim Lesen feststellen, dass sie ihre eigene Stadt neu entdecken können. Viele Orte und Geschichten sind selbst langjährigen Wienern unbekannt oder zumindest nicht bewusst wahrgenommen worden.
Damit eignet sich das Buch hervorragend für Menschen, die glauben, Wien bereits zu kennen – und sich gerne eines Besseren belehren lassen. Es macht Lust darauf, bekannte Wege zu verlassen und die Stadt mit frischen Augen zu sehen.
Mehr als ein klassischer Reiseführer
„Wien mal anders“ ist weniger ein Reiseführer im klassischen Sinn, sondern vielmehr eine Inspirationsquelle. Man kann das Buch gezielt zur Planung nutzen, es aber genauso gut einfach durchblättern, darin schmökern und sich treiben lassen. Jede Seite lädt dazu ein, Wien nicht als Checkliste, sondern als Erlebnisraum zu begreifen.

Für Entdecker und Neugiere |





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