Wie Psychopathen denken 2
- Jana

- 13. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Mit „Wie Psychopathen denken 2“ legt der riva Verlag die Fortsetzung eines Sachbuchs vor, das sich kompromisslos mit den Abgründen der menschlichen Psyche auseinandersetzt. Autor Christopher Berry-Dee, seit Jahrzehnten bekannt für seine direkten Kontakte zu Serienmördern und Schwerverbrechern, verfolgt auch hier einen klaren Ansatz: Er will nicht entschuldigen, nicht relativieren, sondern verstehen. Das Buch versucht, die inneren Denkmechanismen von Psychopathen offenzulegen und dem Leser einen möglichst unverfälschten Blick hinter die Fassade monströser Taten zu ermöglichen.
Stimmen aus erster Hand
Im Zentrum des Buches stehen erneut Gespräche und Fallstudien, die Berry-Dee aus seiner langjährigen Arbeit mit verurteilten Tätern zusammengetragen hat. Diese Perspektive aus erster Hand ist zugleich die größte Stärke des Buches. Psychopathen werden nicht theoretisch beschrieben, sondern sprechen – indirekt oder direkt – selbst. Ihre Gedanken, Rechtfertigungen und ihre erschreckend nüchterne Sicht auf Gewalt lassen erahnen, wie stark sich ihre Wahrnehmung von der eines empathischen Menschen unterscheidet. Gerade diese Unmittelbarkeit sorgt dafür, dass die Lektüre fesselt, aber auch immer wieder verstört.
Zwischen Analyse und Erzählung
Stilistisch bewegt sich „Wie Psychopathen denken 2“ zwischen journalistischer Reportage und psychologischer Analyse. Berry-Dee verzichtet bewusst auf schwer verständliche Fachterminologie und richtet sich damit an ein breites Publikum. Die psychologischen Aspekte werden eher erklärend als akademisch aufgearbeitet, was das Buch sehr zugänglich macht. Gleichzeitig bleibt es stark erzählerisch geprägt, wodurch es sich stellenweise eher wie ein intensives True-Crime-Werk liest. Der Fokus liegt klar auf extremen Persönlichkeiten und spektakulären Verbrechen. Zum Beispiel Peter Kürten (der sogenannte „Vampir von Düsseldorf“), Jodi Ann Arias oder Oberst David Russell Williams.
Ein verstörendes, aber eindringliches Fazit
„Wie Psychopathen denken 2“ ist kein Buch für nebenbei. Es konfrontiert den Leser mit unbequemen Gedanken, grausamen Realitäten und einer Denkweise, die sich oft jeder moralischen Logik entzieht. Gerade darin liegt jedoch seine Stärke. Christopher Berry-Dee gelingt es, die Gedankenwelt von Psychopathen nachvollziehbar darzustellen, ohne sie zu verharmlosen oder zu glorifizieren. Für True-Crime-Fans und Leser mit Interesse an Kriminalpsychologie ist das Buch eine intensive, stellenweise belastende, aber äußerst eindrucksvolle Lektüre, die lange nachwirkt.

Spannend und erschreckend zugleich |
|---|





Kommentare