Volksweisheiten und Aberglaube im Alpenraum
- Jana

- 29. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

„Seit Beginn der Menschheitsgeschichte glauben wir an übernatürliche Kräfte abseits eines allmächtigen Gottes. Wir bezeichnen sie gern als Schicksal oder Vorsehung.“ So heißt es im Vorwort des Buches „Volksweisheiten und Aberglaube im Alpenraum“ von Christoph Frühwirth. Er führt uns bereits in dem Vorwort vor Augen, um was es hier eigentlich geht: Um die Suche nach Schutz. Vor Dingen, die wir nicht kennen und vor Dingen, die uns Angst machen – das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben.
Gelebte Alltagsaberglaube - auch heute noch!
Am 25. September 2025 ist dieses Werk im Servus Verlag erschienen und richtet sich dabei aber nicht ausschließlich an den Alpenraum. Viele im Buch erwähnten Aberglauben und Weisheiten lassen sich tatsächlich auch den gesamten deutschsprachigen Raum beziehen – somit ist „Volksweisheiten und Aberglaube im Alpenraum“ für alle lesenswert, ob in Norddeutschland, im Ruhrgebiet oder eben in den Alpen. Aber natürlich wird sich in manchen Bereichen stark auf unsere Heimat bezogen.
Doch worum genau geht es nun in diesem Buch? Christoph Frühwirth, 1972 in Wien geboren und von Beruf Autor, Journalist und Dramatiker, hat sich so einige Bräuche und Weisheiten mal genauer angeschaut und ist ihrem Ursprung auf den Grund gegangen. Aber das hat er nicht allein getan: Er hat sich mit Experten wie den Naturmediziner Hans Gasperl, den Zauberer Magic Christian, den burgenländischen Pfarrer Roman Schwarz und der Volkskundlerin Dr. Eva Kreissl unterhalten und lässt deren Wissen in sein Buch mit einfließen.
Von Liebeszaubern bis Bauernregeln
In neun Kapiteln geht Frühwirth auf Themen wie Kalendersprüche, Glücksbringer, Bauern- und Wetterregeln und Naturmedizin ein. Er spricht vom vierblättrigen Kleeblatt, von Hochzeitsritualen, von Glücksbringern zu Neujahr und von der Unglückszahl 13. Also tatsächlich von ganz typischen Dingen, die fast jeder kennt und teilweise sogar lebt. Selbst diejenigen, die von sich behaupten, nicht abergläubisch zu sein, finden in diesem Buch dann eventuell doch die eine oder andere Kleinigkeit, die für sie selbstverständlich ist, aber eben doch zum Thema Aberglaube gehört.
Man muss nun aber nicht befürchten, dass in diesem Buch schlicht und einfach die gängigsten Weisheiten aufgelistet sind und stupide abgearbeitet werden. Vielmehr liest sich das Werk teilweise wie ein kleines Selbstgespräch: Christoph Frühwirth teilt uns seine Gedanken mit, liefert uns aber zeitgleich gut recherchierte Informationen. Der Autor vermeidet dabei bewusst einen belehrenden Ton und bietet eine sehr angenehme Art für den Leser. Er zeigt auf, dass der Aberglaube keinesfalls ein überholtes Thema ist, sondern nach wie vor in der Gesellschaft präsent ist – nur eben nicht mehr so wie früher gelebt und ausgesprochen wird.
Lesenswert und informativ
Obendrein gibt es nach jedem Kapitel ein Kochrezept – der Bezug zum Kapitel selbst lässt sich dabei nicht wirklich erschließen, aber dennoch kann man sich ja gerne mal an gestürztem Sauerkraut oder Kletzenbrot versuchen. Zum Schluss gibt es dann doch noch eine Auflistung von Glückssymbolen und ihrer Bedeutung, wie ein ABC des Aberglaubens – wirklich interessant!
Schlussendlich bleibt zu sagen, dass „Volksweisheiten und Aberglaube im Alpenraum“ ein durchaus lesenswertes Buch ist – vor allem für alle, die gelebte Alltagskultur interessiert. Wer ein richtiges Fachbuch sucht, wird hier aber den Tiefgang vermissen, so ehrlich muss man sein. Dennoch eine klare Leseempfehlung von unserer Seite!

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