Before Exit: Gas Station (PC)
- Jana

- 16. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Feierabend! Doch einfach den Arbeitsplatz verlassen, nur weil die Arbeitsstelle geschlossen hat, das geht natürlich nicht so einfach. Ein paar Dinge gehören erledigt bevor es nach Hause gehen kann. Und genau hier knüpft das Spiel „Before Exit: Gas Station“ an.
In diesem Indie-Titel schlüpft ihr in die Rolle eines Tankstellenmitarbeiters, der die letzte Schicht des Tages übernommen hat. Die Tankstelle ist geschlossen und ihr musst nun dafür sorgen, dass alles in Ordnung ist. Dazu gehört das Schließen der Fenster, das Auffüllen des Toilettenpapiers und natürlich das Ausschalten des Lichts. Eigentlich ganz einfach… Doch lässt sich schnell mal was übersehen, vor allem, wenn der Tag ein recht chaotischer war.
Ihr als Tankstellenmitarbeiter seid nicht allzu glücklich über euren Job, das stellt sich in der Story heraus. Denn ja, es gibt hier eine kleine Story, die unterschiedlichen Enden haben kann. Hauptsächlich geht es aber darum, dass euer Chef es wirklich sehr genau nimmt und schon beim kleinsten vergessenen Fleck mit der Kündigung droht. Und sollte er euch dreimal dabei erwischen, wie ihr eine Tür offen stehen lassen habt oder ein Werkzeug nicht an seinen Platz abgelegt hat, dann war es das und ihr seid gefeuert. Dann müsst ihr wieder von vorne beginnen.
An jedem Tag findet ihr ein anderes Szenario vor. Mal gilt es Autoreifen einzusammeln, mal muss das Graffiti von Vandalen entfernt und die Farbdosen entsorgt werden und mal müsst ihr das Lager einsortieren. Und nebenbei sind natürlich auch die bereits genannten Kleinigkeiten wie Müll rausbringen oder Aufwischen zu erledigen.

Welches Szenario ihr erhaltet, ist willkürlich. Es kann also durchaus sein, dass ihr ein und dieselbe Szene mehrfach spielt und eine andere dafür noch gar nicht zu Gesicht bekommen habt. Das ist leider ein Schwachpunkt des Spiels, da hätten wir uns eher gewünscht, dass man ein Szenario nach dem anderen abarbeitet. Dennoch sind diese „Sonderfälle“ des Tankstellenalltags genau das, was die Routine unterbricht und so kann es sein, dass ihr andere Dinge wie das Umdrehen des Türschildes im Eifer des Gefechts vergesst und schon steht der schimpfende Chef wieder vor euch.
Das Gameplay ist daher trotz wiederkehrender Aufgaben angenehm und fesselt doch eine Weile an den PC. Da sich das Ganze ausschließlich in der Nacht abspielt, kommt eine düstere Atmosphäre auf. Eine willkommene Abwechslung in dem Genre. Zu Beginn mag es etwas störend sein, dass es an einer Einführung gänzlich fehlt: Einige Aufgaben sind daher leider etwas schwer zu erkennen und man macht mehr Fehler als einem lieb ist. Doch durch etwas Herumprobieren kommt dann doch recht bald eine Routine auf und man kann neue Tasks schneller erkennen und meistern.

Schade ist allerdings, dass die Story nicht zufriedenstellend aufgelöst wird. Die Enthüllungen bzw. die alternativen Enden lassen den Spieler etwas enttäuscht zurück und belassen die Geschichte in einem Mysterium. Wenn man darauf allerdings keinen Wert legt und einfach nur die Aufgaben erledigen möchte, dann sollte das kein Grund sein, das Spiel weniger zu mögen.
Das Spiel setzt auf einen eher zurückhaltenden, aber stimmigen visuellen Stil. Die Umgebungen sind nicht übermäßig detailverliebt, sondern eher funktional gestaltet. Allerdings trägt die Beleuchtung zur Stimmung bei. Gezielt platzierte Lichtquellen und teilweise schummrige Ecken machen das Szenario besonders mysteriös. Texturen, Regale, Werkzeuge etc. wirken solide, aber nicht überragend detailliert. Für ein Indie-Spiel dieser Größenordnung ist das absolut in Ordnung. In Nahaufnahme können manche Gegenstände etwas kantig wirken, aber das stört den Spielfluss nicht.

Der Sound ist eine der Stärken des Spiels in Bezug auf die Stimmung: Geräuschkulisse wie Wind, gelegentliches Tropfen, das Knarren von Türen, das leise Rauschen von Geräten oder das Klackern beim Schalten von Lichtschaltern tragen dazu bei, dass man sich in die Tankstelle hineinversetzen kann. Dafür wird auf musikalische Untermalung fast ganz verzichtet. Das ist aber nicht schlimm, im Gegenteil – auf diese Weise erscheint einem alles atmosphärischer, da man sich auf die Geräusche konzentriert.
„Before Exit: Gas Station“ ist kein Blockbuster in Sachen visueller Pracht oder monumentaler Klangkulisse — aber das ist auch gar nicht sein Anspruch. Vielmehr überzeugt das Spiel durch stimmige und gezielt eingesetzte Gestaltungsmittel, die Atmosphäre, Spannung und das Eintauchen in die nächtliche Tankstelle unterstützen. Die Steuerung ist solide und funktioniert weitgehend reibungslos. Wer also Spiele dieser Art mag und vielleicht schon den Vorgänger „Before Exit: Supermarket“ zu schätzen wusste, der kommt hier auf seine Kosten!

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