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Ship Inc. (PC)

  • Autorenbild: Jana
    Jana
  • 4. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Ship Inc. von Rogue Duck Interactive startet mit einer interessanten Grundidee: eine gemütliche Versand-Simulation, in der man Pakete vorbereitet, Kartons auswählt, Ware prüft und Bestellungen abwickelt. Was anfangs wie ein ungewöhnlicher und vielleicht sogar entspannender Ansatz wirkt, verliert jedoch erstaunlich schnell an Reiz. Schon nach wenigen Spielminuten macht sich bemerkbar, dass das gesamte Konzept auf sehr wenigen Mechaniken basiert, die sich immer wieder identisch wiederholen. Die ersten Aufgaben sind noch charmant, doch sobald man versteht, wie das System funktioniert, fällt auf, dass kaum neue Elemente hinzukommen, die das Spielgefühl erweitern oder in irgendeiner Form fordern würden.



Monotone Abläufe statt spielerischer Abwechslung


Die Routine wird schnell zur Pflichtübung: Karton auswählen, Ware hineinlegen, Klebeband anbringen, Label drauf – immer wieder und mit nur minimalen Variationen. Selbst wenn später zusätzliche Tätigkeiten wie das Reinigen von Gegenständen oder das Reparieren beschädigter Artikel eingeführt werden, wirken diese eher wie halbherzige Versuche, künstlich Abwechslung zu schaffen. Die Aufgaben sind so simpel und kurz, dass sie kaum als echte Erweiterung gelten können. Statt spielerischem Tiefgang stellt sich ein Gefühl von repetitiver Arbeit ein, das nach kurzer Zeit eher an monotones Abarbeiten erinnert als an spielerische Unterhaltung.


Fortschritt ohne echtes Erfolgsgefühl


Der Fortschritt im Spiel ist ebenfalls enttäuschend. Man schaltet zwar nach und nach Geräte, Werkzeuge oder kleine Arbeitsplatzverbesserungen frei, doch diese Änderungen haben selten echten Einfluss auf das Erlebnis. Viele Upgrades wirken kosmetisch oder zu unscheinbar, um das Gefühl zu geben, dass man wirklich etwas erreicht hat. Das eigentlich motivierende Gefühl eines wachsenden Systems bleibt daher weitgehend aus. Selbst die Ökonomie ist flach gehalten: Einnahmen steigen, Anschaffungen werden getätigt, und das war es im Wesentlichen auch schon. Wer auf strategische Tiefe, komplexe Entscheidungen oder ein wirkliches Managementsystem hofft, wird hier vergeblich suchen.



Technische Unsauberkeiten bremsen zusätzlich


Auch technisch wirkt Ship Inc. unausgereift. Die Steuerung ist oft unpräzise, und gerade das Ziehen, Drehen oder Positionieren von Gegenständen fühlt sich hakelig an. Die Bedienung ist nicht intuitiv genug, um in einen angenehmen Arbeitsrhythmus zu kommen. Statt entspanntem Flow entsteht immer wieder Frust, weil das Spiel nicht so reagiert, wie man es erwartet. Selbst kleine Aktionen benötigen manchmal zu viele Schritte, was den ohnehin monotonen Ablauf noch mühsamer macht.


Präsentation ohne Entwicklung


Grafisch ist das Spiel zwar stimmig, doch auch die Präsentation kann nicht kaschieren, dass schlicht zu wenig Substanz vorhanden ist. Die Arbeitsumgebung bleibt weitgehend gleich, Animationen wiederholen sich ständig, und selbst die Geräuschkulisse nutzt sich rasant ab. Die Atmosphäre, die eigentlich beruhigend wirken soll, wird mit der Zeit eher langweilig, weil sie sich nicht weiterentwickelt.


Insgesamt bleibt Ship Inc. deutlich hinter seinem Potenzial zurück. Die Idee einer ruhigen, detailverliebten Versand-Simulation hätte viel Raum für kreative Aufgaben, clevere Mechaniken und motivierende Fortschrittssysteme geboten. Stattdessen bekommt man ein Spiel, das sich nach kurzer Zeit erschöpft und kaum Anreize liefert, länger zu bleiben. Wer ein tiefgehendes Managementspiel sucht, wird genauso enttäuscht wie jemand, der auf entspannte, aber abwechslungsreiche „Cozy Gameplay“-Erfahrungen hofft. Ship Inc. ist ein nettes Experiment, das jedoch nicht über ein immer gleiches, schnell eintöniges Beschäftigungsgefühl hinauskommt.





Gute Idee, schwächelnde Umsetzung


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