top of page

Kiez Blues

  • Autorenbild: Jana
    Jana
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit


Tim Sohr ist Journalist und Autor mit einer engen Verbindung zu Hamburg und insbesondere zum berühmten Stadtteil St. Pauli. Seine Kenntnisse über den Kiez und dessen Geschichte fließen spürbar in seine Werke ein. Mit „KiezBlues“, erschienen im Gmeiner Verlag, widmet er sich einer Zeit, in der das Leben auf St. Pauli noch von ganz eigenen Regeln geprägt war. Das Ergebnis ist ein Roman, der historische Atmosphäre mit einer packenden Geschichte verbindet.


Zwischen Rotlicht, Reportern und rauer Realität


„KiezBlues“ entführt die Leser in das Hamburg vergangener Jahrzehnte. Im Mittelpunkt steht Tom Katzenberger, ein 17-jähriger Junge, der dank seines großen Talents schön sehr früh als Polizeireporter bei der Hamburger Morgenpost landet. Über die Jahre wir Katze, wie er gerne genannt wird, zu einer echten Größe in der harten Realität des Rotlichtmilieus entwickeln. Um ihn herum interessante Menschen, die sich in einer Welt bewegen, in der das Nachtleben ebenso faszinierend wie gefährlich sein kann.


Dabei geht es nicht nur um Verbrechen oder das Rotlichtmilieu, sondern auch um Freundschaften, persönliche Schicksale und die Veränderungen eines Stadtteils, der sich im Laufe der Jahre stark gewandelt hat.



Besonders gelungen ist die Art, wie der Autor das Lebensgefühl der damaligen Zeit einfängt. Die Straßen, Kneipen und Figuren wirken greifbar und vermitteln das Gefühl, selbst mitten im Geschehen zu sein. Gerade Leserinnen und Leser mit Interesse an Hamburg oder Zeitgeschichte dürften schnell in die Handlung eintauchen.


Atmosphäre statt Hochspannung


Wer einen klassischen Krimi mit einem klaren Ermittlungsfall sucht, sollte jedoch wissen, dass „KiezBlues“ andere Schwerpunkte setzt. Das Buch lebt stärker von seinen Figuren und dem Schauplatz als von rasanter Spannung. Manche Abschnitte nehmen sich bewusst Zeit für Hintergrundgeschichten und die Entwicklung der Charaktere. Dadurch entsteht eine dichte Atmosphäre, auch wenn das Erzähltempo stellenweise etwas ruhiger ausfällt.


Gerade diese entschleunigte Erzählweise ist jedoch eine Stärke des Romans: Der Kiez wird nicht romantisiert, sondern mit all seinen Licht- und Schattenseiten dargestellt. Das verleiht der Geschichte eine angenehme Glaubwürdigkeit.


Authentisch und nahbar erzählt


Die Figuren wirken authentisch und fügen sich gut in das Gesamtbild ein. Statt übertriebener Action setzt der Roman auf glaubwürdige Situationen und eine lebendige Darstellung des damaligen St. Pauli. Dadurch entsteht weniger ein klassischer Krimi als vielmehr ein stimmungsvolles Zeitporträt einer besonderen Epoche.




Atmosphärischer Roman mit Blick auf das vergangene St. Pauli



Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page