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Copycat (PC)

  • Autorenbild: Jana
    Jana
  • 15. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt Spiele, die laut und spektakulär auftreten – und es gibt Spiele wie „Copycat“, die ihre Wirkung mit leisen Tönen entfalten. Das Indie-Studio „Spoonful of Wonder“ veröffentlicht hier ein kleines, atmosphärisches Erzählspiel, das sich vollständig aus der Sicht einer Katze erleben lässt. „Copycat“ möchte kein Action-Feuerwerk sein – es ist vielmehr eine intime Reise über Vertrauen, Verlust und die Suche nach einem echten Zuhause. Und genau in dieser ruhigen, verletzlichen Stimmung entfaltet das Spiel seine Stärke.


Einfühlsame Story aus der Perspektive einer Tierheimkatze


In „Copycat“ übernimmt man die Rolle von Dawn, einer jungen Tierheimkatze, die von einer älteren Dame adoptiert wird. Anfangs wirkt diese neue Welt wie der Traum eines Haustiers: ein warmes Zuhause, regelmäßige Mahlzeiten, sanfte Streicheleinheiten. Doch bald gerät Dawns neues Leben ins Wanken, als eine andere Katze auftaucht und langsam ihren Platz einnimmt – eine emotionale Wendung, die das Spiel überraschend ernst, aber sehr einfühlsam erzählt. Die Story gehört zweifellos zu den größten Stärken von „Copycat“. Die Inszenierung ist liebevoll, die Synchronisation warm und professionell, und die Musik schafft eine verträumte, melancholische Grundstimmung, die perfekt zum Erzähltempo passt.



Beeindruckend ist auch die Art, wie das Spiel die Perspektive einer Katze darstellt. Man erkundet das Haus, den Garten, versteckt sich unter Möbeln, springt auf Tische, wirft Gegenstände um oder schleicht durch traumähnliche Sequenzen, in denen Dawn plötzlich zur kraftvollen Raubkatze wird. Diese Mischung aus Alltagsmomenten und Fantasie schafft eine einzigartige Atmosphäre, die es so nur selten in Videospielen gibt.


Weniger glänzt „Copycat“ allerdings beim Gameplay selbst. Die Interaktivität bleibt sehr begrenzt, und spielerisch ist der Titel eher ein „Walking Simulator“ als ein klassisches Adventure. Viele Entscheidungen wirken vorgegeben und haben kaum Einfluss auf den Verlauf der Geschichte. Auch die Steuerung zeigt manchmal Schwächen, besonders bei Sprüngen oder engeren Passagen. Wer viel spielerische Freiheit erwartet oder mechanische Tiefe sucht, könnte dadurch enttäuscht werden.



Kurze, berührende Spielerfahrung mit nachhaltigem Eindruck


Trotz dieser Einschränkungen bleibt „Copycat“ ein bemerkenswert stimmungsvolles Erlebnis, das seine Botschaft klar vermittelt: Haustiere sind Familienmitglieder, keine Dekoration, und jedes Tier hat seine eigene Geschichte, seine Ängste und Bedürfnisse. Das Spiel ist kurz – etwa zweieinhalb bis drei Stunden – aber dafür intensiv und berührend, fast wie ein kurzer, emotionaler Film, den man selbst miterlebt. Und man muss nichtmal nah am Wasser gebaut sein, um zwischendurch ein Taschentuch zu benötigen…



Am Ende bleibt „Copycat“ ein Indie-Projekt mit Herz. Es ist nicht perfekt, doch es berührt. Für Spielerinnen und Spieler, die atmosphärische Erzählungen mögen, Katzen lieben oder sich einfach einmal auf ein ruhiges, warmes und gleichzeitig trauriges Abenteuer einlassen wollen, ist dieses Spiel absolut empfehlenswert.



Copycat überzeugt als gefühlvolles Indie-Spiel



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