top of page

Animal Times (PC)

  • Autorenbild: Jana
    Jana
  • 10. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit


Rundenbasierte Strategiespiele leben von klugen Entscheidungen und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Taktik und Risiko. „Animal Times“ versucht, diesem Genre mit einem ungewöhnlichen Kampfsystem frischen Wind einzuhauchen. Statt klassischer Würfelkämpfe kann hier jeder Angriff spektakulär nach hinten losgehen – und im schlimmsten Fall verliert man sogar das eigene Gebiet. Die Idee klingt spannend, die Umsetzung überzeugt allerdings nicht in allen Bereichen.


Interessanter Ansatz mit Risiko


Das Herzstück von „Animal Times“ ist das sogenannte Blunder-Kampfsystem. Kämpfe werden nicht einfach durch höhere Würfelwürfe entschieden, sondern verursachen Schaden entsprechend der Differenz der Ergebnisse. Wird der Angreifer jedoch vollständig ausgeschaltet, startet der Verteidiger einen Gegenangriff und übernimmt direkt das Gebiet.


Dieses System sorgt tatsächlich für einige überraschende Wendungen. Selbst scheinbar sichere Angriffe können plötzlich katastrophal enden, wodurch jede Entscheidung deutlich mehr Gewicht erhält als in vergleichbaren Strategiespielen.



Strategie oder doch Glück?


Genau hier liegt allerdings auch die größte Schwäche. Trotz interessanter Mechaniken bleibt der Zufallsfaktor sehr präsent. Gute Planung kann durch unglückliche Würfelwürfe schnell zunichtegemacht werden, was insbesondere in längeren Partien frustrierend sein kann.


Natürlich gehört Glück bei vielen Strategiespielen dieser Art dazu, doch „Animal Times“ verlässt sich stellenweise etwas zu stark darauf. Dadurch entsteht gelegentlich das Gefühl, dass Niederlagen weniger auf eigene Fehler als vielmehr auf Pech zurückzuführen sind.


Niedliche Tiere, wenig Atmosphäre


Die verschiedenen Tierfraktionen – vom Biber über den Panda bis hin zum Erdmännchen – verleihen dem Spiel einen sympathischen Look. Die Avatare sind ordentlich gestaltet und bringen etwas Persönlichkeit auf das Schlachtfeld.

Abseits davon bleibt die Präsentation jedoch eher funktional. Karten und Benutzeroberfläche erfüllen ihren Zweck, hinterlassen aber keinen bleibenden Eindruck. Gerade für ein Spiel, das auf wiederholte Partien setzt, hätte etwas mehr optische Abwechslung gutgetan.



Multiplayer als größte Stärke


Sein Potenzial entfaltet „Animal Times“ vor allem im Mehrspielermodus. Gegen menschliche Gegner entstehen deutlich spannendere Situationen als gegen die KI, da sich niemand vollständig berechnen lässt. Überraschende Allianzen, riskante Angriffe und spontane Wendungen sorgen regelmäßig für unterhaltsame Momente.

Alleine verliert das Spiel hingegen vergleichsweise schnell an Reiz, da die KI nur begrenzt anspruchsvoll wirkt und sich viele Partien ähnlich anfühlen.


Noch Luft nach oben


Die Grundidee besitzt ohne Frage Potenzial, doch momentan fehlt es dem Spiel noch etwas an spielerischer Tiefe. Mehr Karten, zusätzliche Fraktionsfähigkeiten oder abwechslungsreichere Spielmodi könnten langfristig für mehr Motivation sorgen. Auch eine bessere Balance zwischen Strategie und Zufall würde dem Spiel guttun.

So bleibt „Animal Times“ zwar unterhaltsam, schafft es aber nicht, sich dauerhaft von ähnlichen Genrevertretern abzusetzen.





Nette Idee, aber sehr glücksabhängig



Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page